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Apr 20

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Impressionen aus Giurgiu, Rumänien – Meeting im Rathaus und im öffentlichen Shelter der Stadt am Samstag, 5. April 2014

Impressionen aus Giurgiu, Rumänien – Meeting im Rathaus und im öffentlichen Shelter der Stadt am Samstag, 5. April 2014

So sieht es im Shelter in Giurgiu aus, und das, obwohl mein Besuch MIT den Offiziellen vom Rathaus angekündigt war. Ihr müsst Euch das vorstellen.

Platte Felder abseits von der Stadt. Mitten im Nirgendwo dann dieses umzäunte Gelände mit einen Container als Büro, einem Wellblechhüttchen als ‘Behandlungsraum’ und sonst nichts als die Reihen der Käfige mit Wellblechdach und rostigen Zäunen. Es sind lange Reihen dieser Käfige, die weder Wände noch Schutz haben.

In jedem liegt eine Europalette als „Körbchen“, Futter liegt auf dem Boden oder in Näpfen, wobei die Näpfe viel zu klein sind, auch die Wassernäpfe sind winzig. Die Hunde werden täglich gefüttert, aber nur dank der Tierschützerin Eugenia und ihrem Mann, die das unentgeltlich und OHNE Auftrag tun, und mit den Spenden aus Deutschland. Weder Eugenia noch ihr Mann werden dafür bezahlt. Als ich am vergangenen Wochenende im Shelter war, waren 303 Hunde dort. Angeblich ist das Shelter für 400 Hunde ausgelegt, aber es gibt keine freien Zellen. Das heißt, die 100 weiteren Hunde, die offiziell noch hineinpassen würden, würden schlicht dazugesetzt.

 

Dann sind halt noch mehr Hunde in einem Zwinger. Die Hunde haben keinen Auslauf, nichts. Nur Eugenia wenn sie füttert und mit Glück wenn einer saubermacht, was vermutlich auch hauptsächlich Eugenia mit ihrem Mann übernimmt.

 

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Manche Hunde sind völlig phlegmatisch, andere völlig kirre. Kastriert wird nach offiziellen Angaben nur, wenn eine Adoption ansteht. Also quasi gar nicht. Die meisten Hunde wirkten aber sehr freundlich, wenn auch verängstigt.

Mir ist KEIN aggressiver Hund aufgefallen, bei über 300 Hunden habe ich kein einziges Knurren gehört. Eher geschockte und panische Hunde.
Es gibt keine menschliche Zuwendung außer von den ehrenamtlichen Helfern, also von Eugenia und ihrem Mann. Das war‘s.
Alle Hunde, egal wie klein oder ängstlich, wurden mit diesen ekelhaften Stangen eingefangen und dadurch traumatisiert. Und nach dem Verbringen ins Shelter kommen sie für die ersten 5 Tage, was gesetzlich vorgeschrieben ist, in die ‘Quarantäne’. Diese Quarantäne besteht darin, dass sie zu mehreren in ähnliche Käfige kommen, die noch älter sind, die Rückseite besteht aus Holzbrettern, und die Fläche ist noch kleiner als bei den anderen Parzellen. Eine dieser Boxen war leer, da war die Rückwand angeknabbert und der Hund war weg. Ich habe ihn gesehen, ich hoffe, außer mir hat ihn keiner gesehen, wie er hinter der Rückwand entlangging. Und ich hoffe, dass das Holz, das er für seine Freiheit durchgeknabbert hat, nicht von Parvoviren und sonst was durchsetzt war. Hygiene – FEHLANZEIGE. Theoretische Möglichkeit von medizinischer Versorgung und Unterbringung kranker Hunde ALLEINE und geschützt – FEHLANZEIGE. Auf meine Frage, ob es das gebe, wurde mir der „Behandlungsraum“ gezeigt – der war sauber und sah mehr als unbenutzt aus. Ich tippe drauf, dass dort vor meinem angekündigten (!) Besuch gefegt und ein neues hygienisches Papiertuch auf die Liege gelegt wurde.

Ansonsten dürfte da kaum etwas passieren. Zumindest sicher nichts Gutes. Der Tierarzt in Giurgiu kastriert nach Angaben der vor Ort Tätigen zwar, eine Kastration kostet ca. 25 Euro bei ihm. Klingt erstmal gut, aber die Operationsstandards scheinen unterirdisch, so dass jeweils eine aufwändige Nachsorge nötig ist, die dann weitere 50 Euro verschlingt. So kostet jede Kastration also 70 Euro. Und die Hunde leiden, Infektionen und Schmerzen sind an der Tagesordnung. Insofern ist es wohl fast gut, dass so wenig kastriert wird. Im Shelter gibt es keinen Auslauf, keine Fläche dafür, keine Sozialisierung, kein Training, keine Gassirunden, keine menschliche Zuwendung außer von Eugenia und ihrem Mann, NICHTS. Stellt Euch mal vor, Eure Hunde würden Euer Wohnzimmer NIE verlassen dürfen.

Wie würde sich Euer Hund dann verhalten? Und dann stellt Euch dazu vor, dass 300 Hunde ununterbrochen aufeinandersitzen und sich gegenseitig kirre machen und ängstigen. So ist es dort.
Fakt ist: Die Hunde werden dort verwahrt. Es kümmert sich vom Shelter keiner um sie. Es wird von 2 ehrenamtlichen Helfern getan, was sie können, sie füttern, sie reinigen, sie sorgen für Wasser. Sie versuchen, die rauszuholen, die sonst sterben, entweder weil entkräftet oder am Durchdrehen. Eugenia selbst hat momentan 38 (!!!) Notfallhunde bei sich zu Hause.
Als ich im Shelter war, begann sie mit dem Füttern und kam ins Büro, um mitzuteilen, dass eine Hündin gerade gebäre. KEINER hat Anstalten gemacht, zu gucken, zu helfen, etwas zu unternehmen. KEINER. Außer Eugenia und ihrem Mann wurde keiner aktiv. Die einzige Soforthilfe für die Hündin war, dass Eugenia und ihr Mann der Hünding Decken gebracht haben und so für die Welpen ein „Zuhause“ mit Wärme gebaut haben. Eugenia, ihr Mann und die aktiven Tierschützer vor Ort, die sich aufopferungsvoll darum bemühen, dass die Hunde nicht verhungern und verdursten müssen, können aber natürlich nicht dauerhaft alle Hunde retten. Auch sie kommen an ihre Grenzen oder sind längst drüber hinaus, mental und finanziell.

 

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Leute, es ist einfach furchtbar. Jeder kennt hier im Internet die Bilder aus öffentlichen Sheltern. Das aber nicht als Bild vor dem heimeligen PC, sondern live zu sehen, die Augen der Hunde, die um Zuneigung bitten, die trostlose Umgebung, das aufgeregte Gebell, und dazwischen völlig verängstigte und auch völlig phlegmatische Hunde, das ist eine ganz andere Nummer. Die Hunde werden verwahrt, ignoriert, nicht medizinisch versorgt, nicht kastriert, nicht sozialisiert oder gar trainiert, NICHTS passiert. Auf dem ersten der Bilder seht ihr die Reihe der “Quarantänestation”, das zweite Bild ist ein “normaler” Zwinger. Diese Hunde haben sich mir ins Herz gebrannt, ich hätte gleichzeitig schreien und weinen können.

 

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Bitte helft mit, diesen Hunden ein Leben zu ermöglichen, das hundegerecht und lebenswert ist. Bitte unterstützt uns dabei. Wie das geht, dazu in den folgenden Links mehr – und anbei noch ein Link zum Meeting im Rathaus vom vergangenen Samstag, bei dem es um die Zukunft des Shelters ging. Unterstützt uns und drückt uns die Daumen, dass wir ALLEN Hunden in GIurgiu durch nachhaltige Veränderungen der Bedingungen vor Ort helfen können. Nachhaltig, dauerhaft und konstant. Denn nur so können wir erreichen, dass das Leiden der Hunde endlich aufhört.

 

Irene Berens

zweite Vorsitzende Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V.

Unsere Veranstaltung zu Giurgiu:
https://www.facebook.com/events/1389740384630173/?fref=ts

Unser Spendenmarathon für Rumänien:
https://www.facebook.com/events/439584356161988/

Fotos vom Meeting im Rathaus, veröffentlicht vom Rathaus der Stadt Giurgiu:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.277713369056892.1073742103.112575278904036&type=1

Videomitschnitt des Meetings:
https://www.youtube.com/watch?v=R0aVEusuWaQ&feature=youtu.be

Bitte helft den Hunden in Giurgiu mit einer Spende:

Bankdaten: Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V.
Kto: 100093236
Blz: 37551440
Sparkasse Leverkusen

Bic:WELADEDLLEV
Iban: DE19 3755 1440 0100 0932 36

paypal: Admin@deutschlandsagtnein.com
Verwendungszweck: “Rumänien”

Gemeinnützig anerkannt unter
Steuernummer 230/5760/1599
Finanzamt Leverkusen
(Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V. ist seit dem 13.06.2012 eingetragener Verein mit dem Aktenzeichen: Amtsgericht Köln VR 17294 )
Da wir als ein gemeinnütziger, eingetragener Verein anerkannt sind, können wir abzugsfähige Spendenquittungen über Ihre Spende ausstellen.

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